Satzung

Pambel:

Das Autonome Referat für Frauen und Geschlechterpolitik (ARFG) ist die Vertretung für Frauen, Lesben, Trans*Frauen und Queers*1 an der Universität Kassel.

Aufbauend auf einer langen historischen feministischen Bewegung und die damit einhergehenden Veränderung des politischen und sozialen Umfeldes, versteht sich das Referat als Teil einer langfristigen Entwicklung zu einer offenen, toleranten und informierten Gesellschaft insbesondere in Bezug auf nicht-heteronorme Praktiken.

Ein wichtiger Schwerpunkt ist, die feministische Arbeit, um das Thema „Frauen und ihre Rechte in der Gesellschaft“. Hier geht es um die noch immer vorherrschende Ungleichstellung der Frau nicht nur an der Universität, sondern auch in der Gesellschaft. Das Autonome Referat für Frauen und Geschlechterpolitik unterstützt die studentischen Frauengruppen an der Universität und motiviert Studentinnen zur aktiven Gestaltung von Frauen- und Hochschulpolitik. Die Räumlichkeiten des Referates dienen insbesondere als Schutzraum und Rückzugsraum für Frauen. Nutzerinnen sollen ein Raum fernab gesellschaftlicher Rollenerwartungen, Diskriminierung und Unterdrückung gegeben werden.

Des Weiteren beschäftigt sich das ARFG mit Themen der Geschlechterpolitik und geht aktiv gegen Diskriminierung und Unterdrückung von Frauen, Lesben, transidenten Menschen und Queers* vor. Außerdem wirken sie an der Universität Kassel und in der Gesellschaft vorherrschenden patriarchalen und heteronormativen Systemen sowie unterdrückenden Geschlechterkonstrukten entgegen. Dies bedeutet eine kritische Auseinandersetzung mit Männer- und Frauenkonstrukten, da beide Gruppen von einer Diskriminierung in der Gesellschaft betroffen sind. Ebenso ist es das Ziel die heteronormativen Lebensvorstellungen zu hinterfragen. Die aktive und thematische Ausgestaltung obliegt den Referentinnen.

Um dieses leisten zu können steht das Autonome Referat für Frauen und Geschlechterpolitik im direkten Kontakt zu anderen Gruppen und Institutionen (auch außerhalb des Campus´) und organisiert gemeinsam Veranstaltungen rund um die oben genannten Themen.

Besondere Aufgaben liegen in der (anonymen) Beratung, Ausbau und Erhaltung des Schutzraumes für Frauen, der Öffentlichkeitsarbeit, den Veranstaltungen und der Präsenz auf dem Unicampus.

§ 1 Anfangsbestimmungen

1. Das Referat tritt in der Öffentlichkeit unter dem Namen „Autonomes Referat für Frauen und Geschlechterpolitik“ auf.

2. Es ist dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Universität Kassel angegliedert.

3. Sitz des Referats ist die Nora-Platiel-Straße 5, Raum 0107, an der Universität Kassel.

4. Das Logo ist folgende:

5. Das Logo des ARFG ist nur in Rücksprache mit der Referentin zu verwenden.

§ 2 Wahl

1. Die Wahl für die Besetzung des Referats für Frauen und Geschlechterpolitik findet einmal im Kalenderjahr statt. Hierzu wird eine feministische Vollversammlung (FVV) einberufen, die vier Wochen, bevor sie stattfindet, hochschulöffentlich beworben werden muss.

2. Das Bewerbungsverfahren läuft über das ARFG, in Rücksprache mit dem AStA. Die Personalwahl wird durch das Studierendenparlament (StuPa) bestätigt.

3. Die feministische Vollversammlung ist das höchste beschlussfassende Gremium des Referats.

4. Die feministische Vollversammlung ist beschlussfähig, wenn ordnungsgemäß eingeladen wurde.

5. Wahlberechtigt sind alle in der Präambel genannten Studierenden der Universität Kassel.

6. Die Vorbereitung auf die feministische Vollversammlung obliegt den Referentinnen. Falls keine Referentin im Amt ist, muss die Vorbereitung vom AStA übernommen werden.

7. Die feministische Vollversammlung wählt zu Beginn mit einfacher Mehrheit eine Versammlungsleiterin und Protokollantin.

8. Die Vollversammlung tagt öffentlich, jedoch behält sich die VV nach Rücksprache mit dem/der Versammlungsleiter*in vor Teilnehmer*innen mit 2/3 Mehrheit von der VV auszuschließen, sofern diese gegen die in der Präambel genannten Grundsätze verstoßen.

9. Die Studentinnen sind rede-, stimmberechtigt- und antragsberechtigt. Gäste haben das Rederecht.

10. Die feministische Vollversammlung ist von dem/der Protokollantin schriftlich festgehalten und das Protokoll innerhalb von einer Woche öffentlich zu machen. Das Protokoll gilt als genehmigt, sofern zwei Wochen nach dem Aushang kein Widerspruch durch die teilnehmenden Studentinnen erfolgt ist.

11. Die Wiederwahl einer Referentin ist möglich.

§ 3 Referentin

1. Die Referentin übernimmt die laufenden Geschäfte des Autonomen Referats für Frauen und Geschlechterpolitik.

2. Die Referentin hat den Student*innen der Universität Kassel mindestens 4 Stunden pro Woche eine offene Sprechstunde anzubieten während dieser die Nutzung des Referatsraumes möglich ist.

3. Die Amtszeit der gewählten Referentin beträgt in der Regel ein Jahr. Sie ist identisch mit der Amtszeit des aktuellen AStA.

4. Scheidet eine Referentin frühzeitig vor Ende ihrer Legislatur aus, so hat der AStA die Stelle kommissarisch bis zu max. 2 Monate zu besetzen. Die kommissarische Referentin muss während ihrer Amtszeit eine ordnungsgemäße VV einberufen. Auf derer eine neue Referentin ernannt wird.

5. Referentinnen dürfen nicht zeitgleich Mitglieder des AStA oder des Stupa sein.

6. Referentinnen haben ihre Nachfolgerinnen in die laufenden Geschäfte einzuarbeiten.

7. Eine Referentin kann jederzeit von ihrem Amt fristgemäß zurück treten ohne Angabe von Gründen. Die Frist beträgt zwei Wochen zum Monatsende.

8. Die Arbeit im Referat ist entsprechend der Finanzordnung als auch des Haushaltsplanes zu vergüten.

9. Die Stelle im ARFG ist in Zeit und Vergütung teilbar, jedoch muss sie ausschließlich von Frauen besetzt werden.

10. Wichtiger Teil der Arbeit der Referentinnen ist der Erhalt sowie das Bewahren des Schutzraumes für den o.g. Personenkreis. Die Form obliegt den Referentinnen sowie der FVV.

§4 Anfechtung der Wahl

Nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse kann die Wahl innerhalb von fünf Wochentagen schriftlich beim Ältestenrat der Studierendenschaft angefochten werden.

§5 Finanzen

1. Die Finanzierung des Referats erfolgt aus den Mitteln der verfassten Studierendenschaft in Form eines jährlichen Budgets. Es gilt die jeweils aktuelle Finanzordnung der verfasstenStudierendenschaft der Universität Kassel.

2. Ausgaben, die Hundert Euro übersteigen, sind durch AStA oder StuPa zu genehmigen. Die Referentinnen müssen im Rahmen des Rechenschaftsberichtes einen Jahresabschluss der VV vorlegen zum Ende ihrer Amtszeit.

§6 Ratifizierung

1. Die Satzung des ARFG bedarf der Annahme durch zwei Drittel der FVV. Zur Änderung oder Ergänzung ist ebenfalls eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich.

2. Die Satzung des ARFG tritt mit Ablauf des Tages ihrer Annahme durch das StuPa in Kraft.


Beschlossen vom Studierendenparlament der Universität Kassel am 16.November 2011.

1- Als Lesben werden homosexuelle Frauen bezeichnet, die sich emotional und/oder sexuell zu anderen Frauen hingezogen fühlen, mit Frauen in einer Beziehung leben oder dies gern möchten.

- Trans*frau ist eine Bezeichnung für Transgender der Richtung Mann-zu-Frau. Je nach Gebrauch bezeichnet er entweder alle Transgender dieser Richtung, oder nur diejenigen, welche einen permanenten Wechsel der Geschlechterrolle vollzogen haben oder zumindest einen Teil ihres Lebens permanent in einer anderen Geschlechtsrolle verbringen.

- Queers* bedeutet gemäß der Queer-Theorie, dass die geschlechtliche und die sexuelle Identität nicht „naturgegeben“ sind, sondern erst in sozialen und kulturellen Prozessen konstruiert werden.