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Ringvorlesung im SoSe 2013 “Queerfeldein - Aspekte sexueller und vergeschlechtlicher Seinsweisen”

Montag, April 22nd, 2013

Durch das interdisziplinäre Studienprogramm Frauen und Geschlechterforschung gibt es dieses Semester wieder eine Ringvorlesung. Weitere Informationen dazu findet ihr hier.

Das Programm:

  • 22.05.2013
    “Qualverwandtschaften? BDSM als queere Praxis”
    Volker Woltersdorff (Berlin)
  • 05.06.2013
    “… Nicht so greifbar und doch real” Präsentation einer Studie zu Gewalt- und Mehrfachdiskriminierungs-erfahrungen von lesbischen, bisexuellen Frauen und Trans*  2010-2012“
    Saideh Saadat-Lendle (les migras / Lesbenberatung Berlin e. V.)
  • 19.06.2013
    „Intersexualität – Intersex: Eine Intervention“
    Heinz-Jürgen Voß (Berlin)
  • 26.06.2013
    „Queer im Job?! Heteronormative Dynamiken in Erwerbsarbeitskontexten“
    Karen Wagels (Kassel)
  • 03.07.2013
    „HIV/Aids als (andere) Form der Gouvernementalität“
    Ivan Jurica / Miltiadis Geronthanassis (Wien)

Die Vorträge finden immer mittwochs von 18 - 20 Uhr in Raum 3004 in der Georg-Forster-Straße 4 statt.

Veranstaltung: Intersexualität 19.06.

Dienstag, April 16th, 2013

Hallo ihr Lieben!
Zur Aufwärmung auf die uns am 19.06.2013 um 18 Uhr bevorstehende Veranstaltung zur Intersexualität anbei ein Einführungstext zum Inhalt und zum Referenten. LESENSWERT! !

Intersexualität – Intersex: Eine Intervention.

„Etliche Betroffene sind aufgrund der früher erfolgten medizinischen Eingriffe so geschädigt, dass sie nicht in der Lage sind, einer normalen Erwerbstätigkeit nachzugehen, oder sie sind infolge der Eingriffe schwer behindert.“ (Deutscher Ethikrat 2012: S.165)

„Intersexualität – Überleben zwischen den Geschlechtern“ wurde die 8. Nummer der Zeitschrift „GiGi – Zeitschrift für sexuelle Emanzipation“ aus dem Jahr 2000 betitelt. Einem Überleben kam und kommt es für die Intersexe in der aktuellen Gesellschaft tatsächlich gleich. Von Überleben muss gesprochen werden, nicht etwa weil die körperliche Besonderheit lebens- oder gesundheitsbedrohlich wäre. Das ist sie nicht, und nur in wenigen Fällen liegen tatsächlich die Gesundheit bzw. das Leben bedrohende Begleiterscheinungen wie Salzverlust vor, die medizinisch behandelt werden müssen. Eine eindeutige Geschlechtszuweisung zu weiblichem oder männlichem Geschlecht ist aber selbst dann medizinisch nicht notwendig. Sie findet derzeit bei Intersexen aber noch immer verbreitet im Säuglings- und frühen Kindesalter statt und ist verbunden mit massiven chirurgischen und hormonellen Eingriffen. Seit den 1990er Jahren gibt es gegen diese Behandlungspraxis, die auf eine Angleichung an die gesellschaftliche Norm zielt, Widerstand der so behandelten Menschen. Sie beschreiben, dass und wie gewaltvoll und traumatisierend diese Behandlungen für sie waren. Von Überleben von Intersexen muss also auf Grund zweigeschlechtlicher gesellschaftlicher Norm und der auf ihr basierenden medizinischen Interventionen gesprochen werden. Die Positionen der Intersex-Vertretungen werden von den aktuell vorliegenden medizinischen Outcome-Studien gestützt.
Im Input werden die Positionen der Intersex-Verbände und ihr Streiten vorgestellt und davon ausgehend ein Blick auf die Stellungnahme des Deutschen Ethikrates und einige Ergebnisse der neueren Outcome-Studien geworfen. Abgeschlossen wird mit einem Blick auf die aktuellen politischen Entwicklungen und gefragt, ob mit ihnen die geschlechtszuweisenden Eingriffe beendet werden…

Biographische Notizen:
Heinz-Jürgen Voß (Dr. phil, Dipl. Biol.) promovierte zur gesellschaftlichen Herstellung biologischen Geschlechts. Forschungsschwerpunkte sind biologisch-medizinische Geschlechtertheorien, biologie- und medizinethische Fragestellungen sowie Queer-feministische und kapitalismuskritische Theorien. Voß ist antirassistisch, antifaschistisch und queer-feministisch politisch aktiv. Aktuelle Buch-Veröffentlichungen: „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ (2011: Schmetterling), „Intersexualität – Intersex: Eine Intervention“ (2012: Unrast), „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“ (gem. mit Zülfkukar Çetin und Salih Alexander Wolter; 2012: Assemblage), „Biologie & Homosexualität“ (2013: Unrast).

Dokumentationsabend: “Das verordnete Geschlecht” 5.12.

Montag, Dezember 3rd, 2012

Das autonome Schwulenreferat und das Referat für Frauen- und Geschlechterpolitik zeigen eine Dokumentation zur Intersexualität.

Inwieweit die Gesellschaft auf das duale Geschlechterbild festgefahren ist, sieht man im Umgang mit intersexuellen Menschen. Noch heute werden intersexuelle Menschen im Kleinkindesalter genital umoperiert/verstümmelt, um der Forderung einer eindeutigen Geschlechtsfestlegung nachzukommen.

In der Dokumentation wird Intersexualität anhand von Erfahrungsberichten intersexueller Menschen, den Interviews von Medizinern und Behördensprechern sowie den Bemühungen, Intersexualität gesellschaftlich anzuerkennen aufgezeigt. Im Anschluss des Films folgt eine Frage-/ Diskussionsrunde.

Termin:
Mi. 05.12.2012 - 19:00
Nora-Platiel-Straße 9, Raum 0402 (Seminarraum neben Schwulenreferat), Uni Kassel Campus am Holländischen Platz